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24. Oktober 2019

Ortsverband Wittlich hatte eingeladen!

Der mitgliederstärkste BSBD Ortsverband in Rheinland-Pfalz hatte seine Mitglieder zu der turnusgemäßen Mitgliederversammlung nach Platten in der Nähe von Wittlich eingeladen. Der Ortsverband Wittlich hat fast 400 Mitglieder aus den Reihen der Männeranstalt, der Jugend und der Justizvollzugsschule.

Der Einladung des Ortverbandsvorstandes unter Leitung ihres Vorsitzenden Stefan Wagner waren fast 50 Kolleginnen und Kollegen gefolgt. Nach kurzer Begrüßung und Totenehrung wurde zügig in die Tagesordnung eingestiegen. Bei den Justizvollzugsbehörden in Wittlich – insbesondere in der JVA Wittlich – gab es leider in den letzten Monaten einige gravierende Vorfälle. Geschockt und entsetzt waren alle Bedienstete des rheinland-pfälzischen Justizvollzuges über den Rasierklingenangriff auf einen Bediensteten. Nur mit viel Glück und einer professionellen Reaktion des betroffenen Beamten konnte Schlimmeres verhindert werden. Wagner sprach auch die angespannte Personalsituation in den Wittlicher Vollzugseinrichtungen an. Über 50.000 Überstunden schieben die Kolleginnen und Kollegen der JVA Wittlich vor sich her – Tendenz weiter steigend -. Hier sei dringender Handlungsbedarf. Diese Auffassung teilte auch Landesvorsitzender Winfried Conrad in seinem Bericht über die aktuelle Lage im Justizvollzug des Landes. Man habe viele „Baustellen“, an denen sich leider wenig tue, so der Gewerkschaftschef. In anderen Bundesländern erkenne man die Probleme und versuche mit den Personalvertretungen und den Gewerkschaften Lösungen zu finden. In Rheinland-Pfalz sei Stillstand. Vielmehr entstehe der Eindruck, die Entscheider im Ministerium sehen die oben genannten Institutionen nicht als Verbündete, sondern als Feind.

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, mit den Gewerkschaften nicht nur mit dem BSBD - wie in vielen Ländern im Bundesgebiet sei offensichtlich im Rheinland-Pfalz, so Conrad, nicht gewünscht.

Um so erfreulicher war der Bericht des Schatzmeisters des Ortsverbandes. Der OV Wittlich verfügt über ein sehr solides finanzielles Polster.

Die anstehenden Neuwahlen der Ortsverbandsspitze erbrachten keine personellen Änderungen. Stefan Wagner bleibt der „Chef im Ring“ für die nächsten vier Jahre. Auch seine Mannschaft bleibt unverändert, so das Wahlergebnis.

Nach der Ehrung von verdienten Mitgliedern endete eine harmonische und interessante Jahreshauptversammlung.