bsbd_rheinland-pfalz
20. Dezember 2017

Nein, zur Gewalt gegenüber weiblichen Bediensteten!

Der BSBD Rheinland-Pfalz veranstaltete in der dbb akademie Königswinter ein Seminar für Kolleginnen aus den Reihen des rheinland-pfälzischen Justizvollzuges. Insgesamt 11 Kolleginnen und 4 Kollegen - die die Gruppe komplettierten - hatten sich für das Seminar unter der Überschrift „Strafvollzugsbeamtin - Freiwild oder Kollegin?“ gemeldet.

Die Idee für dieses Seminar entstand in der Arbeitsgemeinschaft der Frauen im BSBD.
Der erste Tag stand im Zeichen der Politik. Als Referentin konnte die Abgeordnete Ingeborg Sahler-Fesel SPD gewonnen werden. Frau Sahler-Fesel ist Mitglied des Petitionsausschusses und Vorsitzende des Ausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung im Landtag Rheinland-Pfalz. Zuvor war sie viele Jahre Mitglied der Strafvollzugskommission. Nach dem Referat von Frau Sahler-Fesel entstand eine sehr lebhafte Diskussion mit den Anwesenden. Die Kolleginnen konnten die Abgeordnete über die aktuelle Situation der weiblichen Bediensteten im Justizvollzug informieren und manchen Missstand ansprechen.
Der zweite Seminartag stand im Zeichen der von „Qi Gong & Selbst-verteidigung für Frauen“. Als hochkompetenten Referenten für dieses Thema konnte der Kollege - ausgebildeter Trainer und Heilpraktiker - Michael Wagenbach gewonnen werden. Selbst Bediensteter in der JVA Diez wurde er unterstützt durch seine Kollegin Christina Traversin. Durch Vortrag aber auch durch viele praktische Übungen wurde der Seminarinhalt anschaulich und nachhaltig vermittelt. Angst zu überwinden und angemessen auf Angriffe zu reagieren wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit auf den Weg gegeben. Alle Seminarteilnehmer/innen waren begeistert und der Auffassung, dass die zur Verfügung stehende Zeit viel zu kurz war. Ein Seminar mit diesen Inhalten sollte mindestens zwei bis drei Tage dauern. Der BSBD wird sich dafür einsetzen, dass der Bereich „Selbstverteidigung der Kolleginnen“ zukünftig im Focus bleibt.

 Weiter ging es am Nachmittag des zweiten Seminartages mit dem Thema „Religiöse und kulturelle Aspekte des Islam besser verstehen“. Als Referent hatte sich Kollege Holger Rittinger auf die Thematik vorbereitet. Die stetig ansteigende Zahl muslimischer Inhaftierter muss dazu führen, dass sich das Vollzugspersonal mit den Gepflogenheiten und Besonderheiten anderer Kulturkreise und Religionen beschäftigt.

Der letzte Seminartag stand im Zeichen der Gleichbehandlung am Arbeitsplatz Gefängnis. Unter dem Titel: Gleiche Rechte für Frauen - auch bei der Arbeit hinter Gittern? Das Selbstverständnis der Kolleginnen am Arbeitsplatz wurde im Wege des Rollenspieles aufgearbeitet. In  Form einer Podiumsdiskussion wurden die zum Teil gegensätzlichen Auffassungen der Männerwelt und der Frauen im Vollzug beleuchtet.

Der Landesverband hat vor auch im Jahr 2018 Seminare anzubieten.